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Die Browser und das Web
In dieser kleinen Einführung für interessierte Einsteiger erfahren Sie Wissenswertes über Webbrowser.
Das World Wide Web ist ein weltweites Gewebe aus Milliarden von per Hyperlinks miteinander verknüpften Webseiten, und jede einzelne Webseite wird von einem Browser dargestellt.
Browser ist eine Sammelbezeichnung für Programme zum Betrachten von Webseiten. Die bekanntesten Vertreter sind der Internet Explorer und der Mozilla Firefox, aber es gibt auch noch viele andere wie Safari (auf Apple Computern) oder Konqueror (unter Linux).
In diesem Artikel lesen Sie:
- Kurze Geschichte der Browser
- Was Browser machen
- Warum der Quelltext die Webseite ist
- Das Grafiken werden nachträglich geladen und einzeln abgeholt werden
Kurze Geschichte der Browser
Ein kurzer historischer Rückblick hilft, die Browser besser zu verstehen.
1991: Die Urzeit
Bei dejavu.org haben einige pfiffige Programmierer das Surferlebnis aus der Urzeit des Web konserviert und einen Browseremulator geschaffen, der bei der Darstellung Webseiten so tut, als ob er ein uralter CERN Browser, ein NCSA Mosaic oder ein Netscape 1.0 sei.
Als Beispiel zeigt die folgende Abbildung die aktuelle Startseite von Yahoo im alten CERN-Urbrowser:

Keine Grafiken, keine unterstrichenen Hyperlinks, nicht mausbedienbar. Hypertext in seiner Reinform. Bedienung in der Art von "go http://infotekten.de/" und dann die [Nr.] des Hyperlinks eingeben.
1993: Mosaic/Netscape
1993 wurde mit NCSA Mosaic der erste Browser vorgestellt, der Grafiken zusammen mit dem Text in einem Browserfenster darstellen konnte. Noch heute basieren viele Browser auf dem Code von damals, auch der Internet Explorer. Schauen Sie mal im Hilfemenü die Infobox an: "Basiert auf NCSA Mosaic".
Ein Jahr später gründete der Leiter des Mosaic-Teams Marc Andreessen (damals gerade 24 Jahre alt) zusammen mit dem Top-Manager Jim Clarke die Firma Netscape Communications und brachte einen Browser namens Netscape Navigator auf den Markt.
"Net-Scape" ist übrigens ein Wortspiel und heißt soviel wie "Landschaft im Netz" und der Navigator ist das Programm, das Sie durch diese Netzlandschaft führen soll. Aufgrund von Streitigkeiten mit seiner alten Universität (NCSA) bekam der Netscape den Beinamen "Mosaic Killer", oder kurz "Mozilla". Das Symbol dafür war ein kleiner grüner Drache.
Seitdem ist das World Wide Web förmlich explodiert und das Web hat für das Internet eine ähnliche Bedeutung wie Windows für PCs: eine mit der Maus bedienbare, grafische Erweiterung, die die Bedienung vereinfacht und auch für Nichtfachleute ermöglicht.
Im Mosaic von 1994 sieht die aktuelle Yahoo-Startseite so aus:

Sieht schon mehr aus wie eine Webseite als im Line Mode Browser. Die Hyperlinks sind blau, Grafiken werden dargestellt, aber von Layout keine Spur.
Netscape sollte ein Jahr später die Tabellen erfinden, und das Unglück nahm seinen Lauf, als Designer entdeckten, dass man mit unsichtbaren Tabellen Dinge auf Webseiten positionieren kann wie mit einem Setzkasten.
Moderne Browser
Obwohl Microsoft den großen Browserkrieg gegen Netscape (1995 bis 1998) mit der Version 4 seines Internet Explorers für sich entschied, gibt es auch heute noch viele verschiedene Browser.
Besonders bei Leuten, die das Web primär als Informationsquelle nutzen hält sich hartnäckig ein Außenseiter aus Norwegen namens Opera. Klein und schnell, aber nicht kostenlos und etwas ungewöhnlich in der Bedienung.
Als schneller und einfach zu bedienender Browser hat sich in der letzen Zeit ein Ableger des Mozilla-Projektes etabliert: Mozilla Firefox.
Die Yahoo-Startseite sieht darin so aus:

Wichtig zu begreifen ist, dass es sich bei allen Abbildungen (Line Mode Browser, Mosaic und Firefox) um ein und dieselbe Webseite handelt: Die Startseite von Yahoo im Oktober 2004! Das fällt vielleicht schwer zu glauben, weil sie so unterschiedlich aussehen, ist aber wirklich so.
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Was Browser machen
Ein Webserver ist nichts anderes als ein Stück Software, das Webseiten ausliefert. Sonst nichts. Eine ungelernte Hilfskraft. Wenn Ihnen das Wort "Webserver" zu hochtrabend, zu englisch oder zu nichtssagend ist, ersetzen Sie es einfach durch "Webseitenservierer". Genau das macht ein Webserver: Webseiten servieren.
Hier ein Beispiel:
- Sie geben im Browser http://infotekten.de/ ein und drücken ENTER
Was dann passiert, kann man in drei Schritte unterteilen:

1. Kontaktaufnahme: Webserver suchen
Das http am Anfang einer jeden Webadresse steht für "HyperText Transfer Protokoll" und bedeutet frei übersetzt "Gehe zu einem Webserver". Doppelpunkt und Doppel-Slash haben nur die Aufgaben, den ersten Teil der Webadresse zu beenden.
Danach beginnt der Domain Name des Webservers, der entweder bis zum Ende der Adresse geht oder bis zum ersten einfachen Schrägstrich, je nachdem, was zuerst kommt. Im Beispiel ist der Domain Name des Webservers infotekten.de.
2. Webseite anfordern und Quelltext ausliefern
Hat der Browser den Webserver gefunden, bittet er ihn um die Webseite, die Sie nach dem ersten einfachen Schrägstrich angegeben haben. Haben Sie keine bestimmte Seite angefordert, erhalten Sie eine Standardseite vom Webserver.
Lauschen wir doch einmal einer Unterhaltung zwischen Webbrowser und Webserver:
- Browser:
- Hallo! Ist da der Webserver auf dem Computer infotekten.de? Mein Benutzer hat mich gebeten, ihm Ihre Webseiten zu bringen. Hätten Sie vielleicht eine für mich?
- Webserver:
- (leise zu sich) Schon wieder einer. Meine Güte. Und sagt natürlich nicht, was er will. "Eine Webseite". Kriegt er halt eine Standardseite.
- (laut zum Browser) Aber sicher, lieber Browser. Da Sie sich anscheinend erst mal einen allgemeinen &Uuuml;berblick über mein Angebot verschaffen möchten, gebe ich Ihnen den Quelltext der Startseite, die zu genau diesem Zweck geschaffen wurde. Beehren Sie uns bald wieder. Wir sind immer für Sie da.
- Browser:
- Vielen Dank für den Quelltext und auf Wiedersehen erst mal.
Wichtig in dieser Geschichte ist, dass der Browser nur den so genannten Quelltext bekommt, und nicht die fertige Webseite, die Sie später im Browser sehen.
3. Quelltext analysieren und Webseite darstellen
Wenn der Browser den Quelltext vom Server erhalten hat, durchsucht er ihn nach Anweisungen, was er damit machen soll.
To browse heißt wie "durchsuchen", und ein Browser braust zuerst durchs Internet um die Webseite zu finden und anschließend durch den Quelltext, um herauszufinden, wie er die Seite darstellen soll.
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Quelltext = Webseite
Wichtig zu verstehen ist die Tatsache, dass der Browser die Webseite nicht so geliefert bekommt, wie sie im Browserfenster zu sehen ist, sondern lediglich eine Art Bauplan, den Quelltext:

Alle Browser bekommen den gleichen Quelltext
Alle Browser bekommen den gleichen Bauplan geliefert. Was Sie im Browserfenster sehen ist die Interpretation des Quelltextes Ihres Browsers auf Ihrem Computer mit Ihren Einstellungen: Der Quelltext ist genau genommen die eigentliche Webseite. Das was Sie im Browserfenster sehen ist nur die Interpretation des Browsers auf dem Bildschirm und Gerät, die Sie gerade benutzen.
Ob nun der Uralt-CERN-Browser, der Mosaic von 1994 oder der Firefox: alle Browser bekommen den gleichen Quelltext geliefert. Sie analysieren diesen Quelltext und stellen ihn dar, so gut wie sie das eben können.
Browser lesen den Quelltext wie Menschen eine italienische Speisekarte wenn sie kein italienisch können: man sucht nach Worten wie "Spaghetti", "Carbonara" oder "Coca Cola" und ignoriert alles was man nicht kennt.
Fazit: Webseiten sehen zwangsläufig bei jedem Besucher unterschiedlich aus, weil der Quelltext je nach Umgebung unterschiedlich dargestellt oder vorgelesen wird.
Quelltext selbst anschauen
Sie können den Quelltext übrigens selbst ansehen. In jedem Browser gibt es einen Befehl dazu:
- Menü Ansicht
- Befehl Quelltext oder Seitenquelltext oder so
Schauen Sie sich dieses scheinbare Wirrwarr einmal an, und erschrecken Sie nicht. Ist nicht so kompliziert wie es zunächst aussieht.
Was Ihnen in dieser Buchstabenwüste auf jeden Fall auffallen wird ist die Tatsache, dass der Begriff Quelltext ziemlich wörtlich gemeint ist. Kein einziges Bild, keine Animation, nichts. Nur Text.
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Grafiken werden nachträglich geladen und einzeln abgeholt
Auf einer Papierseite stehen Bilder und Text unzertrennbar miteinander verbunden auf demselben Blatt. Auf einer Webseite nicht: Text und Bilder bleiben getrennte Dateien und werden erst im Browserfenster zusammengebaut.
Im Quelltext steht nur die Wegbeschreibung zum Bild
Beim Surfen erscheint der Text einer Webseite vor den Bildern, und die auf der Seite enthaltenen Bilder trudeln vergleichsweise langsam und eines nach dem anderen ein.
Die Ursache dafür ist einfach:
- Wenn der Browser eine Grafik darstellen soll, findet er im Quelltext einen Befehl wie z. B. <img src="logo.gif" />.
- Dieser Befehl heißt für den Browser, dass er ein Bild (englisch Image, kurz img) namens logo.gif darstellen soll.
- <img src="logo.gif" /> ist aber nicht das Bild selbst, sondern lediglich eine Wegbeschreibung zu dem Ort, wo das Bild aufbewahrt wird.
Der Browser holt ein Bild nach dem anderen
Also macht der Browser sich wieder auf den Weg zum Webserver, um dieses Bild zu holen:
- Browser:
- Hi! Ich schon wieder. Ich hatte doch eben den Quelltext bekommen und da steht, ich soll ein Bild laden, aber "iesch 'abe gar kein Bild". Das Ding heißt logo.gif und liegt im selben Ordner wie die Startseite, die Sie mir gerade gegeben haben.
- Server:
- Jaja. Immer dasselbe. Für jedes Bild kommen sie wieder angerannt. Okay. Hier also das Bild. Viel Spaß dabei.
Wieder zu Hause, kann der Browser das Bild in seinen Text einbauen, wobei durch das nachträgliche Einbauen der Text eventuell ein bisschen verrutscht, wenn die Seite schlecht gebaut ist. Ein paar Zeilen weiter im Quelltext steht vielleicht ein zweiter <img>-Befehl, und das Spiel beginnt von vorn.
Besonders bei einer langsamen Internetverbindung kann man dem Browser dabei buchstäblich zuschauen wie er die Bilder holt. Für jedes Bild muss der Browser wieder zum Server, wieder "Hallo" sagen, wieder erzählen, was er gern hätte, und sich wieder verabschieden. Für eine Webseite mit zwei Bildern muss der Browser die Strecke zum Server also insgesamt dreimal zurücklegen!
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